SLM Lokomotiven für Äthiopien

G 4/5:

1902 baute die Schweizerische Lokomotiv- und Maschinenfabrik, Winterthur für die Compagnie Impériale des Chemins de Fer Ethiopiens zwei Dampflokomotiven G 4/5 Nr. 21 und 22 mit festem Rahmen und vierachsigen Tendern. Da die Mallet-Dampflokomotiven der Rhätischen Bahn an ihre Leistungsgrenzen stiessen, musste sich die RhB Gedanken über einen neuen Dampflokomotiv-Typ machen. Die Direktion der RhB und die SLM einigten sich dahin, die Lokomotive mit Nr. 22 der Äthiopischen Bahn vor ihrer Ablieferung nach Djibouti auf dem Netz der Rhätischen Bahn zu probieren. Das war im Herbst 1902. Das Ergebnis dieser Proben war ein durchaus befriedigendes. In der Folge wurden bei der SLM ein Vertrag über den Bau von vorerst vier solcher Maschinen abgeschlossen. Allerdings musste die Bauart den RhB-Verhältnissen angepasst werden. Die SLM hat der Äthiopischen Bahn die G 4/5 Nr. 21 und 22 am 22. November und 16. Dezember 1902 abgeliefert. Am 25. Mai 1903 wurden dann die Nummern 23 und 24 nachgeliefert. Am 23. Mai 1914 wurde schliesslich noch die letzte G 4/5 mit Nr. 33 nach Äthiopien geliefert. Die Lokomotiven mit Nummern 25 bis 32 wurden von der Société Alsacienne de Constructions Mécaniques (SACM) mit Plänen der SLM nachgebaut. Dies Aufgrund der Bahn-Umbenennung zu Chemin der fer Franco-Ethiopien, die mehrheitlich in den Händen von französischen Aktionären stand. Die Nummer 33 ist wieder von der SLM gebaut worden, dies aus Kriegsgründen.

 

Hersteller:

 

Typ:

 

Nr. bei CFE:

 

Name:

 

Baujahr:

 

Ablieferung:

 

Nr. bei CIE:

SLM 140 21 „Rapide“ 1902 22.11.1902 21
SLM 140 22 „Puissant“ 1902 16.12.1902 22
SLM 140 23 „Fier“ 1903 25.05.1903 23
SLM 140 24 „Genereux“ 1903 25.05.1903 24
SACM 140 25 „Brave“ 1910
SACM 140 26 „Invincible“ 1910
SACM 140 27 1910
SACM 140 28 1910
SACM 140 29 1910
SACM 140 30 1910
SACM 140 31 1910
SACM 140 32 1910
SLM 140 33 1914

12 M:

1950/51 lieferte die SLM zwölf Diesellokomotiven an die Äthiopische Bahn. Die SLM-Lokomotiven waren laut Mitarbeitern der Äthiopischen Bahn die besten Maschinen, die sie jemals hatten. Das „M“ in der Lokomotivbezeichnung steht für „Marchandises“ und bedeutet auf Deutsch „Ware“. Somit sind die Lokomotiven als Güterzugslokomotiven konzipiert worden. Die Lokomotiven konnten zusätzlich als Doppeltraktionseinheit mit zwei Lokomotiven „Rücken an Rücken“ verkehren.

Zwischen Mai und Juni des Jahres 1950 führte die SLM Versuchsfahrten mit den beiden Lokomotiven 6 M und 7 M auf dem Netz der Rhätischen Bahn durch, zuerst zwischen Chur und Disentis, danach auf der Berninalinie, um die Reaktion der Maschinen unter dünner Höhenluft zu prüfen. Die Schnellfahrversuche wurden später in Äthiopien vorgenommen. Nach einer Entgleisung entschied man sich dann jedoch, die Loks für den gemischten Betrieb einzusetzen. 1963/64 wurde bei allen Loks in der eigenen Werkstätte die Mittelachse entfernt, da die Strecke nun Achsdrücke bis zu 12.5 t zuliess. Danach verkehrten die Loks als Bo’Bo‘ Maschinen mit erhöhter Zugkraft. Von den ursprünglichen 12 M’s blieb genau eine, die 3 M, übrig. Sie steht als Wrack in Diré-Daoua und soll bei Gelegenheit für ein Museum aufgearbeitet werden.

 

Hersteller:

 

Typ:

 

Nr. bei CFE:

 

PS:

 

Motor:

 

Baujahr:

 

Zustand:

SLM, BBC A1A-A1A 1 M 580 SLM 6 VO 25 1950 verschrottet
SLM, BBC A1A-A1A 2 M 580 SLM 6 VO 25 1950 verschrottet
SLM, BBC A1A-A1A 3 M 580 SLM 6 VO 25 1950 Wrack in Diré Daoua (Stand 2013)
SLM, BBC A1A-A1A 4 M 580 SLM 6 VO 25 1950 verschrottet
SLM, BBC A1A-A1A 5 M 580 SLM 6 VO 25 1950 verschrottet
SLM, BBC A1A-A1A 6 M 580 SLM 6 VO 25 1951 verschrottet
SLM, BBC A1A-A1A 7 M 580 SLM 6 VO 25 1951 verschrottet
SLM, BBC A1A-A1A 8 M 580 SLM 6 VO 25 1951 verschrottet
SLM, BBC A1A-A1A 9 M 580 SLM 6 VO 25 1951 verschrottet
SLM, BBC A1A-A1A 10 M 580 SLM 6 VO 25 1951 verschrottet
SLM, BBC A1A-A1A 11 M 580 SLM 6 VO 25 1951 verschrottet
SLM, BBC A1A-A1A 12 M 580 SLM 6 VO 25 1951 Verschrottet

 

(Quelle: Die Dampflokomotiven der Rhätischen Bahn, Chemin de Fer Rhetique, 100 Jahre Rhätische Bahn EZ Sonderausgabe, SLM)