Panzertransporte

Zwischen Chur und Thusis wurden in den 1960er Jahren Panzertransporte durchgeführt. Von Chur sind die normalspurigen Panzertransportwagen auf dem gemieteten Brünig-Rollschemel OR 9881 über die Rollschemelgrube Chur verladen worden. In Thusis war eine entsprechende Kopframpe vorhanden, welche sich am hintersten Innengleis vor dem äusseren Freiverladegleis befand (direkt neben Silos). Die zusätzliche Schwelle bei der Kopframpe diente dazu, den Höhenunterschied zwischen, auf Rollschemel verladenem Normalspurwagen, z.B. Ks-w und den Schmalspurwagen Typ Kk-w oder R-w auszugleichen, indem diese bei Schmalspurwagen entfernt wurde. Der Ablad dieser Panzer direkt ab den geschemelten Normalspurladewagen wäre viel zu riskant gewesen wegen der geringen Spurbreite der Schemel und zugleich dem grossen Gewicht der Panzer. Und die Ablad-Rampe hätte auch entsprechen hoch und lang sein müssen. Die Schemel haben eine Tragkraft von gerade mal 30Tonnen. Wenn das Gewicht des Normalspurwagens abgezogen wird, bleibt da nicht viel Tragkraft übrig. Bei den Panzern handelte es sich um grosse Centurion Panzer. Der Brünig-Rollschemel musste gemietet werden, weil damals die eigenen Rollschemel alle im Einsatz standen (unter anderem auch im Misox). So konnte keine grössere Anzahl für den Panzertransport abgezogen werden. Die RhB hätte jeweils zwei Rollschemel für einen Panzer stellen müssen (der Brünig-Rollschemel konnte in der Länge angepasst werden). Wenn sechs Panzer in Chur ankamen, musste jeweils der Brünig-Rollschemel und ein zweiter diese nach Thusis bringen und wieder zurück nach Chur fahren, um den nächsten abzuholen. Da dies selbst für die Armee nicht rationell war, verlangten sie bei der Kantonspolizei eine Bewilligung um über die Kantonsstrasse fahren zu dürfen. Von Thusis fuhren sie ohnehin auf der Strasse zum Schiessplatz in Hinterrhein.

Zugsformation: C’C‘ / 2 B / Rollschemel / 2 B als Bremswagen.

(Fotos: RhB-Nachrichten)

(Zeichnung: SBB)

In Thusis war eine Rollschemelgrube vorhanden. Das Gleis hinter der Grube verlief unter dem grossen Portalkran bis zur Strasse als Normalspurgleis. Thusis hatte also ca. 100m Normalspurgleis.

Die Grube wurde gebaut, weil die RhB eine Knappheit an Rollschemeln hatte und so die Schemel für das Beladen und Entladen zu lange hätten warte müssen.

So konnte man die Normalspurwagen in der Grube von den Rollschemeln wegstossen, der Schemel war frei für den nächsten Einsatz und der Normalspurwagen konnte in aller Ruhe beladen werden.

Der Ablad der Normalspurwagen geschah mit einem normalen Traktor, der ein langes, seitlich überstehendes Kantholz vorn montiert hatte. So fuhr der Traktor prallel zur Grube und schob den Normalspurwagen einfach vom Rollschemel.

Es wurden hauptsächlich Flachwagen mit Steinen aus dem Andeerer Steinbruch beladen. Dazu diente der grosse Portalkran, der die Lastwagen von Andeer entlud. Und dies brauchte eben Zeit.

Weiter wurde in Thusis die Kohlehandlung mit geschemelten Hochbordwagen der SBB bedient und die Kohle dort direkt abgeladen. Und zu guter Letzt brauchte auch das Winter-Salzlager (auf dem Plan rot) Salz, welches auf geschemelten SBB Silowagen ankam und direkt mit mobilen Förderbändern abgeladen wurde.

(Quelle: Rhätische Bahn AG, RhB-Nachrichten, Schweizerische Bundesbahnen)