Lokkastenabstützung Ge 6/6 II

Die Drehgestelle der Ge 6/6 II wie auch der Ge 4/4 I sind eine von der SLM entwickelte, sehr erfolgreiche Konstruktion für zugkräftige und kurvengängige Loks. Sie sind dank geschweisster Bauweise leicht, mit ihrer Pendelaufhängung ohne festen Drehzapfen haben sie gute Laufeigenschaften auch bei höheren Geschwindigkeiten und unregelmässigem Gleis, und der tiefliegende Übertragungspunkt der Zugkräfte hält die Gewichtsverlagerung innerhalb des Drehgestells in Grenzen.

Das Gewicht der Lok ruht auf Seitenlagern auf der Mitte der Kastentragfeder(Blattfeder). Deren Enden greifen in die Enden der Pendelaufhängung ein. So wird ein Wiegebalken überflüssig, jedoch die Blattfeder auch in Querrichtung belastet.

Die Zugkräfte gehen einen anderen Weg. Die Idee des Konstrukteurs war, diese möglichst tief über der Schiene zu übertragen, statt konventionell auf Höhe der Oberkante des Drehgestellrahmens. Dazu wurde der Drehzapfen (eher ein Mitnehmerzapfen) nach unten zeigend in den Drehgestellrahmen eingepresst. Sein unteres Ende sitzt in einem drehbaren und seitlich verschiebbaren Lager in einer Kastenquerverbindung. Diese ist Teil des Kastens. Bei Demontage des Drehgestells lässt sie sich aber nicht vom Drehgestell trennen, sondern es wird die von aussen zugängliche Verschraubung bei 3 gelöst, und die Querverbindung bleibt unter dem Drehgestellrahmen.

1. Lokomotivkasten-Längsträger             9. Mitnehmerzapfen für Tragfedern

2. Lokomotivkasten-Querverbindung    10. Feder-Verbindungsbalken

3. Kasten-Stützfuss                                           11. Seitenstützlager mit Ölbad

4. Kastenquerträger                                          12. Kastentragfedern

5. Drehgestellrahmen                                       13. Pendel zur Federaufhängung

6. Mitteltraverse                                                  14. Lenker

7. Drehzapfen                                                        15. Radsatzlagergehäuse

8. Drehzapfenlager mit Ölbad

 

Der Lokkasten stützt sich zusätzlich über gefederte Stützen auf den inneren Querrahmen der äusseren Drehgestelle ab. So wird das Gewicht von Puffer und Schneepflug kompensiert.

 

(Zeichnung und Bilder: Rhätische Bahn)

(Quelle: RhB-Betriebsvorschrift Ge 6/6 II 701 – 707)